Kinderglaube

Wer an Jesus glaubt, wird oft belächelt. Ok – man wird manchmal auch beschimpft, verachtet oder für geistig etwas unterbemittelt erklärt.  Aber belächelt wird man wohl am meisten – vor allem eben von Kollegen oder Verwandten und Bekannten. Man lässt uns zwar reden, aber viele denken doch: „Oh man – wie naiv kann man nur sein?!“.

Aber ist es nicht genau das, was Jesus von uns möchte? Ich denke sehr oft über Math. 18,3 nach:

Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.

Diesen Satz Jesu kennt denke ich jeder. Einer jener Sätze, die ständig für irgendetwas hergenommen werden. Dennoch geht er mir einfach nicht aus dem Sinn. Ich interpretiere ihn so, dass der Glaube an die Heilstat Jesu nichts ist, was mit dem menschlichen Geist erfasst werden kann. Das kann auch nicht wissenschaftlich bewiesen oder erklärt werden. Es ist einfach etwas, dass wir glauben müssen.

Kinder haben damit überhaupt keine Probleme.  Sie haben die Fähigkeit etwas tief in ihren Herzen anzunehmen. Das ist eine Fähigkeit, die dem Erwachsenen oftmals abhanden kommt. Sie verlassen sich auf ihren Verstand und der sagt ihnen plöztlich, dass so etwas wie Jesus und Gott gar nicht existieren können. Sie haben ja dieses Buch gelesen oder diesen Film gesehen und da wurde das als vollkommen lächerlich abgetan.

Als wäre irgendein Mensch dieser Welt klug genug irgendetwas von Gott zu verstehen. Die Menschen reden von riesigen Zeiträumen in der die Welt entstanden sein soll und können nicht einmal korrekt das Wetter für morgen vorhersagen. Sie bezweifeln, dass die Bibel göttlich ist – obwohl es ein Wunder ist Schriften über 3000 Jahre zusammen zu halten. Die meisten Menschen können nicht einmal auf ihren Einkaufszettel aufpassen.

Kinder sehen mit dem Herzen und nicht mit dem Verstand. Ich glaube genauso müssen wir Jesus sehen. Klar sollen wir über die Schrift nachdenken. Klar sollen wir über Gott und seinen Plan für uns nachsinnen – aber GLAUBEN sollen wir mit dem Herzen.

Im letzten Gottesdienst fiel mir eine Begebenheit aus meiner Kindheit wieder ein. Mein Freund und ich gingen eigentlich zu jedem Gottesdienst damals. Es war für uns immer eine sehr feierliche Angelegenheit, wenn der Pfarrer den Kelch Hostien in die Hand nahm und Gott dankte. Das besondere daran war nicht der Akt an sich, sondern, dass wir fest der Überzeugung waren, dass diese Hostien von Gott selbst in diesen Kelch gelegt wurden. Wir beide glaubten wirklich  unabhängig voneinander fest daran, dass Gott jeden Abend vor dem Gottesdienst den Kelch mit Hostien füllte.

Das ging soweit, dass wir den Pfarrer eines Tages fragten, was er denn machen würde, wenn Gott eines Tages aus versehen mal zuwenige Hostien in den Kelch tun würde, also die Hostien nicht reichen würden. Das Gesicht des Pfarrers könnt ihr Euch ja vorstellen. Wir waren – muss ich zugeben – ziemlich enttäuscht, dass die Hostien einfach gekauft wurden. 

Diese Begebenheit kam mir in den Sinn – und auch wie freudig ich jeden Abend im Bett noch mit Gott gesprochen habe, ihm Lieder aus einem alten Soldatengebetbuch vorgesungen habe.  Da wurde mir selbst bewusst, wieviel ich von diesem kindlichen Glauben ich doch bereits verloren habe. Diese einfach und schlichte Hingabe an Gott. Diese Liebe.

Dennoch ist der Glaube an die Heilstat Jesu immer noch tief in meinem Herzen verankert – die Gnade Gottes  hat mich nicht verlassen. Wenn Du aber da draußen die Heilstat Jesu begreifen willst, dann musst Du aufhören sie mit dem Verstand begreifen zu wollen – das schaffen wir nicht. Wenn Du die Bibel verstehen willst, dann darfst Du sie nicht nur mit dem Verstand lesen, sondern auch mit dem Herzen. Wer sich auf den Verstand und seine Intelligenz verlässt, wird nicht sehr weit kommen.

Und das ist von Gott wohl auch so gewollt. Ansonsten würden ja auch nur kluge Leute in den Himmel kommen. Dem ist aber nicht so – ein offenes Herz genügt vollkommen:

Mt 11,25: Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart.

Über Pilgerer

Du willst mehr mich wissen? Warum? Was ich Dir Dir sagen kann ist, dass Gott sich mir offenbart hat. Er hat mir die Wahrheit gesagt. Jesus ist der Erlöser der Welt! Durch seinen Tod am Kreuz hat er alle Menschen erlöst, die an ihn glauben! Du musst nur glauben! Ich glaube daran. Dennoch ist mein Leben ein Pilgerpfad. Steinig und oft falle ich hin. Daran ist nicht Gott schuld. Nein ich bin es. Ich muss Ihm nur ganz vertrauen und mich ihm ganz hingeben. Aber oft folge ich ihm nicht nach und stolpere. Von diesem Pilgerpfad berichte ich in meinem Blog.
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