In letzter Zeit hatte ich mal wieder Gelegenheit über Trauer und Schmerz nachzudenken. Das sind niemals schöne Gedanken, was daran liegt, dass auch die Situation, durch die man gerade gehen muss, nicht schön ist. Ich denke für diese Zeiten gibt es einfach keine ausreichende Erklärung oder Trost.
Es sind einfach schwere Zeiten und für keinen leicht.
Die Frage, warum Gott uns mit Leid “quält” tritt doch irgendwie immer auf. Wieso müssen wir leiden? Ich hab keine Ahnung. Sicherlich gibt die Bibel vielfältige Antworten hierauf. Ich war aber irgendwie nicht in der Lage danach zu suchen. Trotzdem kamen mir einige Gedanken, die ich mit euch teilen will.
- Wieso fragt immer alle Welt danach, warum Gott das zulassen muss? Die Welt fragt doch auch nicht nach Gott. Sie ist ungehorsam, handelt nicht nach seinem Wort, verbannt ihn aus Gesellschaft und Leben, verlacht ihn, verhöhnt ihn, glaubt nicht an ihn. Aber kaum passiert etwas schlimmes fragt alle Welt wieso Gott das zulassen kann. He Welt: Gott ist nicht dein Diener.
- Auch Christen sind vom Leid nicht verschont. Ich glaube an Gott, dass er mich liebt, ich sein Kind bin. Dennoch geschehen auch mir Dinge, die ich eigentlich nicht erleben will. Auch ich kann krank werden oder aber einen Unfall haben. Geliebte Menschen sterben.Das ist auch für mich schlimm. Ich leide und weine. Dunkelheit umgibt mich. Gott scheint mir ferne. Ich laufe an dem Bild in meinem Treppenaufgang ”Spuren im Sand” vorbei und kann nicht glauben, dass die Spuren die man darauf sieht, nur noch die von Gott sein sollen. Das ich gerade getragen werde. Wieso sollte Leid für mich also gut sein? Wie kann mein Vater wollen, dass ich das durchmache?
Ich glaube, dass er das gar nicht will. Er liebt mich und will mich sicherlich nicht weinen sehen. Wenn ich leiden muss, dann hat das (glaube ich) zwei Ursachen. Die eine ist, dass ich eben auch ein ungezogenes Kind bin und Gott mich erzieht. Das ist nun mal notwendig. Auch unsere Kinder haben ab und an mal einen Klapps notwendig um zu erkennen, dass dies der falsche Weg ist. Und das tut nunmal weh. Mir fällt wieder 2. Korinter 7,10 ein: “Denn Gott kann die Traurigkeit in unserem Leben benutzen, um uns zur Umkehr von der Sünde und zur Suche nach der Erlösung zu bewegen. Diese Traurigkeit werden wir nie bereuen”.
Die zweite Ursache ist die Welt an sich. Auch wir Christen leben nunmal in einer gefallenen Welt. Diese Welt wird von Satan regiert und in dieser gibt es eben Krankheit, Sünde, Tod. Das ist für uns sehr schlimm und voller Schmerz. Jesus sagt: “In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!”. Dies ist unsere Hoffnung. Jesus hat die Welt besiegt und alles was darin ist. Er ist uns vorausgegangen und bereitet einen Platz für uns vor, wo Gott mitten unter uns wohnen wird. Wo “Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.”. Manchmal sollen wir vielleicht einfach mal sehen, dass diese Welt nicht das ist auf das wir unsere Hoffnung richten sollen. Unsere Hoffnung ist ein anderer Ort, ein anderes Leben.
- Schwierigkeiten, Leid, Schmerz – das alles läßt mich auch wachsen. Es verändert mich. Wenn ich bereit bin, darauf einzugehen, zu lernen, weiterzuleben, dann ist Schmerz geeignet mich zu verändern. Menschen sind ein faules Geschlecht. Wenn alles seinen Gang geht, die Sonne immer scheint, die Umstände passen, dann bewegen sich Menschen nicht. Wozu auch. Paulus schildert dies deutlich in mehreren Briefen.Aber man kann es auch deutlich bei Menschen sehen. Wer hat noch nicht Menschen gesehen, die einen beeindrucken. Die auch im hohen Alter noch eine Würde und Ruhe ausstrahlen, die fast übernatürlich erscheint. Alle diese Menschen mussten in ihrem Leben viel erdulden, haben Verantwortung übernommen für viele Menschen, mussten schwere Entscheidungen treffen und die Folgen tragen.
Für den einen oder anderen klingen diese Sätze bestimmt leer und hohl. Letztlich sind Trauer und Schmerz nichts was man sich wünscht. Es tut einfach weh. Wir Menschen sind einfach so. Wir sehen und fühlen nur das “JETZT”. Jetzt bin ich traurig, es tut weh, ich will das es aufhört. Aber ich habe das Glück, dass ich an Gott glaube. Und das ist letztlich doch mein Trost. Er wird mir nichts auferlegen, dass ich nicht tragen kann. Er ist bei mir, alle Tage bis ans Ende der Welt. Er sieht alles, er sieht das ganze Bild.
Jetzt ist es dunkel, doch die Sonne wird wieder scheinen!
